Das Färben

Die geschnittenen und aufgezogenen Proben werden nun in der Färberei gefärbt, damit man später unter dem Mikroskop die Gewebearten unterscheiden und besser
erkennen kann. Es gibt verschiedene Färbungen, je nachdem was später unter dem Mikroskop sichtbar sein soll (z.B. der Zellkern). Würde man das Gewebe nicht färben, könnte man später unter dem Mikroskop so gut wie garnichts erkennen.
Die Standardfärbung ist die HE-Färbung. Es gibt noch unter anderem die Färbungen PAS und EVG. Eine dieser drei Färbungen werde ich näher erläutern.
Die Proben werden vor dem Färben vom Paraffin befreit. Dies geschieht im Brutschrank, in dem sie für eine bestimmte Zeit erhitzt werden.
Das Paraffin wird flüssig und löst sich von der Probe. Je nach Färbung werden die Objektträger mit den Proben in einer bestimmten Reihenfolge durch Flüssigkeitsbäder geführt und in Wasser ausgeschwenkt. Nach dem Färben werden die Objektträger "eingedeckt" und sind so fertig für's Mikroskop.

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Der Brutschrank

Um das hauchdünn geschnittene Gewebe auf dem Objektträger weiter bearbeiten zu können, ist zunächst die Entfernung des Paraffins notwendig. Dies erfolgt durch Wärme und durch chemische Prozesse. Die auf Objektträgern aufgezogenen Proben werden in einem solchen Brutschrank bei ca.90°C für 14 min erhitzt. Da Paraffin eine Art Wachs ist, schmilzt es wie bei einer Kerze und löst sich vom Objektträger.

Die restlichen Paraffinanteile werden chemisch mit Xylol aus den Proben gelöst.

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Die Flüssigkeitsbäder

A1+A2=Xylol

A3=100% Alkohol

A4=90% Alkohol

A5=80% Alkohol

A6=70% Alkohol

A7=destilliertes Wasser

A8=Hämalaun

A9=Eosin

A10=A11=A12=A13=100% Alkohol

A14=A15=A16=Xylol


B1=Schiffs Reagenz

B2=Periodsäure

B3=Pikrofuchsin

B4=Weigerts

B5=EVG

B6=Methylenblau

B7=PAP4

B8=PAP3

B9=100% Alkohol

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Die HE-Färbung

Die HE-Färbung ist die Standardfärbung.

HE heißt Hämatoxilin-Eosin. Sie färbt die Zellkerne blau und das Cytoplasma rot.

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Die PAS-Färbung

PAS (Abk. für engl. Periodic acid-Schiff stain) bedeutet Perjodsäure-Schiff-Reaktion. Sie färbt die Kerne blau und die Kohlehydrate purpur.

 

 

 

Die einzelnen Arbeitsschritte dieser Färbemethode will ich hier mal etwas ausführlicher auflisten:

Nun zu den Arbeitsschritten die für eine solche Färbung notwendig sind:

1. Zuerst kommen, wie bei jeder Färbung, die Objektträger, die in einem Ständer stehen, für 14 min in den Brutschrank. Dadurch wird das Paraffin an den Objektträgern gelöst.

2. Jetzt kommen die Objektträger für jeweils 7 min in die beiden Xylolbäder (A1 und A2).

3. Danach werden sie kurz in die Alkoholbäder (A3-A6) getaucht. Dann lässt man sie abtropfen.

4. Nun werden sie in destilliertem Wasser ( A7) ausgeschwenkt.

5. Daraufhin kommen sie für 5 min in EVG.

6. Anschließend werden sie für 5 min unter fließendem Wasser abgespült.

7. Jetzt kommen die Objektträger für 7 min in Schiffs-Reagenz (B1).

8. Danach werden sie wieder für 5 min unter fließendem Wasser abgespült.

9. Anschließend kommen sie für 8 min in Hämalaun (A8).

10. Wiederum werden sie für 5 min unter fließendem Wasser abgespült.

11. Nachfolgend werden sie kurz in die Alkoholbäder (A10-A13) getaucht.

12. Als Letztes kommen die Objektträger in die beiden Xylolbäder (A14 und A15). Sie werden dort jedoch nur ausgeschwenkt.

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Die EvG-Färbung

EvG bedeutet Elastica-van-Gieson ( Eisenhämatoxylin / Pikrinsäure / Säurefuchsin-Lösung). Sie färbt die Zellkerne rot, elastische Fasern blau-violett und die Muskulatur rötlich.

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Das Eindecken

Beim Eindecken wird den Objektträgern ein Deckglas verpasst. Dies ist wichtig wegen der Hygiene, denn durch das Berühren des Gewebes wird es verunreinigt oder sogar unbrauchbar.

1. Auf die dünnen Deckgläschen kommt als erstes ein Montagemedium (Kleber).

2. Dann werden die im Xylolbad (A16) stehenden Objektträger mit dem gefärbten Gewebe nach unten auf das Deckgläschen gelegt.
3. Zwischen Deckglas und Objektträger befinden sich kleine Luftbläschen. Diese stören beim Betrachten unter dem Mikroskop enorm und müssen deswegen entfernt werden. Dies geht, indem man mit der Spitze einer Pinzette, ganz zart über das Deckglas streicht und so die Blasen rausdrückt. Das "zart" ist das Wichtigste. Ich selbst habe mehrere Deckgläser zerdrückt oder zerbrochen.
4. Der an den Seiten durch das Drücken austretende Kleber muss nur noch entfernt werden, dann ist fertig eingedeckt.

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Nächster Schritt: HISTOLOGISCHE UNTERSUCHUNG

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