Der Mikrotomschnitt

Es gibt zwei verschiedene Arten von Mikrotomen, das Paraffin-Mikrotom und das Gefriermikrotom. Auf das Gefriermikrotom werde ich später weiter eingehen.

Das Paraffinmikrotom

Das Paraffin-Mikrotom dient zum Schneiden der in Paraffin eingelegten und gekühlten Proben. Mit dem Mikrotom ist es möglich die Proben auf eine Dicke von 5 µm (1 µm = 1/1000mm) zu schneiden. Ist sie geschnitten, wird sie auf einen Objektträger aufgezogen und anschließend gefärbt.

 

 

 

Das Schneiden der Proben war gar nicht so einfach wie ich vermutet hatte. Ich hab euch mal die einzelnen Schritte exakt aufgeschrieben, damit ihr euch das besser vorstellen könnt.


1. Die in Paraffin eingebettete und gekühlte Probe wird in das Gerät eingespannt.

2. Man muss den gelben Knopf drücken , damit die manuelle Abstandsregelung des Schlittens aktiviert werden kann. Der Knopf oberhalb und der unterhalb des gelben Knopfes dient jeweils zur manuellen Verschiebung des Schlittens nach hinten oder vorne.

3. Nun drückt man den oberen Knopf, um den Schlitten ganz nach hinten zu fahren. Ist er ganz hinten, wird dies durch das Blinken des gedrückten Knopfes signalisiert.

4. Nun dreht man an der Kurbel (im Uhrzeigersinn). Jedesmal, wenn der Kurbelgriff an der untersten Stellung angekommen ist, drückt man auf den unteren weißen Knopf. Dadurch wird der Schlitten bei jeder Drehung ein kleines Stück nach vorne geschoben. Dies tut man so lang, bis das Messer Kontakt mit der Probe hat.

5. Man wiederholt diesen Schritt so lange, bis man eine glatte Schnittfläche hat.

6. Jetzt stellt man das obere linke Rädchen auf 5 und drückt erneut den Gelben Knopf, der dann aufhört zu blinken. Das drücken des Knopfes schaltet nun in eine automatische Verschiebung des Schlittens. Das Drehen des Rädchens stellt die Strecke ein, die der Schlitten bei einer Drehung der Kurbel zurücklegt. Das heißt, wie weit der Schlitten pro Drehung nach vorne kommt.

7. Als nächstes schneidet man so lange, bis man die gewünschte Probenfläche komplett mit dem Schnitt erfasst hat.

8. Nun stellt man das obere linke Rädchen wieder auf 0. Das heißt jedoch nicht, das sich der Schlitten nicht mehr bewegt, sondern dass er sich nur noch in einem Abstand von etwa 5 µm verstellt.



9. Anschließend schneidet man vorsichtig eine (greifbare) dünne Schicht ab.

10. Diese Schicht zieht man, während man vorsichtig weiterkurbelt, zu sich. Das Ziehen und gleichzeitige Kurbeln ist sehr wichtig, da sonst die Probe abreißt. Wenn man jedoch nur kurbelt und nicht zieht, rollt sich die Probe am Messer zusammen und geht so kaputt.

Das Aufziehen

1. Direkt nachdem die Probe geschnitten ist, wird sie in ein warmes Wasserbad gelegt. Durch das warme Wasser dehnt sich das Paraffin in der Probe aus und wird glatt. Doch Achtung, lässt man die Probe zu lange in dem Wasserbad liegen, zerreißt sie und ist so unbrauchbar.

2. Als nächstes nimmt man einen Objektträger und hält ihn senkrecht an die Probe im Wasser. Wenn man ihn dann nach oben zieht, bleibt die Probe an einer Seite des Objektträgers hängen.


3. Um nach dem Aufziehen das Becken von restlichen Probestücken zu reinigen und für die nächsten Proben bereit zu machen, legt man ein normales Blatt Papier auf die Wasseroberfläche. Zieht man dann dieses Blatt wieder ab, bleiben alle Reste daran hängen.

Das Gefriermikrotom

Dieses Gerät wird in Fällen einer schnellen Diagnose benötigt. D.h. wenn z.B. ein Patient noch auf dem Operationstisch liegt, dem soeben ein Tumor entfernt wurde, wird dieser Tumor umgehend zu einem Pathologen gebracht, der überprüft ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt. Da die Person noch auf dem Op-Tisch liegt, können sofort weitere Maßnahmen ergriffen werden. Das Gefriermikrotom fertigt aber nicht so saubere Schnitte wie das normale Paraffin-Mikrotom. Beim Gefriermikrotom ist die Zeit entscheidend.


1. Wenn die Probe ankommt, geht sie zuerst zum Zuschnitt. Dort wird ein Teil des Tumors entfernt und auf eine kleine runde Plattform gelegt (Stempel). Diese ist an der Unterseite an einem Stift befestigt (man kann sie sich so ähnlich wie einen Pilz vorstellen, nur dass der Schirm flach ist). Auf diese Plattform kommt ein spezieller Kleber, der bei Kühlung hart wird.

2. Das Gefriermikrotom besitzt sowohl für die Probe, als auch für das Messer eine eigene Kühlung. Je nach Art des Gewebes kann die Temperatur individuell eingestellt werden (z.B. fetthaltiges Gewebe muss viel stärker gekühlt werden als homogenes Gewebe, da es sich erst ab einer bestimmten Temperatur schneiden lässt).

3. Die Probe wird nun in den Schlitten eingespannt und geschnitten wie bei einem Paraffin-Mikrotom.

4. Das Gewebe wird jedoch direkt aufgezogen und kommt nicht in das Wasserbad.
5. Anschließend wird die Probe umgehend gefärbt. Die Schnitte des Gefriermikrotoms haben immer Vorrang gegenüber den normalen Proben, da ein sehr schnelles Ergebnis erforderlich ist.

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Nächster Schritt: DAS FÄRBEN

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