Zuschnitt

Durch chirurgisch tätige Ärzte, wie z. B. Chirurgen, Gynäkologen, Urologen, Dermatologen oder auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte werden krankhaft veränderte Organteile oder auch ganze Organe operativ entfernt.
Um zu einer möglichst schnellen Diagnose zu kommen, ist es unerlässlich, die Gewebeproben und Organteile noch am gleichen Tag weiter aufzuarbeiten. Ein Fahrer holt die in speziellen Gefäßen gelagerten Präparate täglich aus den Praxen und den Kliniken ab. Jeder Probe wird eine Patientennummer und ein Barcode zugeteilt, damit sie eindeutig zugeordnet werden kann.

Es gibt zwei verschiedene Arten von eintreffenden Gewebeproben.
Bei der ersten Art handelt es sich um einen eindeutigen Tumor, bei dem durch eine Untersuchung festgestellt werden soll, ob er gut- oder bösartig ist. Bei der zweiten Art von Probe soll erst geklärt werden, ob in dem Gewebe überhaupt ein Tumor vorhanden ist. Wird dabei allerdings ein Tumor entdeckt, muss natürlich geklärt werden, ob er gut- oder bösartig ist.

In der Regel ist ein Tumor dann bösartig, wenn er "streut", d.h. wenn er Schwestergeschwülste bildet. Es gibt übrigens mehrere Kriterien, an denen man einen eventuellen Tumor als eher gut- oder eher bösatig einstufen kann, je nachdem, ob ein ertasteter Knoten beweglich oder eher starr und fest ist.

Der Zuschnitt dient haupsächlich dazu, die eingetroffenen Gewebeproben zur weiteren Untersuchung vorzubereiten. Das zugeschnittene Gewebe wird in siebartige Plastikkassetten (Einbettkassetten) gelegt, die mit der Fallnummer bedruckt werden. Kalkhaltige Proben (z.B.Zähne/Knochen) müssen, bevor man sie schneiden kann, für einen Tag in Säure eingelegt werden. Diesen Vorgang nennt man Entkalkung.

Nun die einzelnen Arbeitsschritte in die der Zuschnitt eingeteilt ist:

1. Die angelieferte Gewebeprobe wird mit einer Nummer und einem Barcode versehen.

2. Auf diesem Bild ist ein Teil eines Darms zu sehen, der einem Patienten entfernt wurde. Dieses Darmstück wurde bereits der Länge nach aufgeschnitten. Man kann zwei Bereiche erkennen, den linken, normalen und den rechten, geschwollenen Bereich. Zwischen diesen Bereichen sitzt ein Tumor, der einen Verschluss des Darms verursacht hat. Durch diese Stauung hat sich der rechte Darmteil ausgedehnt und endzündet. Dies kann man an den geschwollenen Zotten erkennen. Das Gelbe ist alles Fettgewebe.

3. Hier kann man den Unterschied zwischen der normalen und der beschädigten Darmwand erkennen. Dort wo die beiden Finger den Darm hochalten befindet sich der Tumor.

4. Dieses Bild zeigt den Querschnitt des Tumors, der jetzt entfernt und weiter untersucht wird.

5. Das entfernte Gewebe wird, je nach Größe, zurechtgeschnitten. Das umliegende Gewebe wird genauestens nach Tumoren und Ähnlichem untersucht.

6. Befallenes, zurechtgeschnittenes Gewebe, wird in numerierte, siebartige Plastikkassetten (Einbettkassetten) gelegt. Es gibt verschiedene Arten von Plastikkassetten, je nachdem wie groß die Gewebestücke sind oder um welche Art von Gewebe es sich handelt. Auf diesem Bild liegen in den Einbettkassetten verschiedene Gewebestücke des oben zu sehenden Darms. Nicht nur der Tumor, sondern auch umliegendes Gewebe, damit eine eventuelle Streuung des Tumors festgestellt werden kann.

7. Die Einbettkassetten werden verschlossen und in drei verschiedene Körbe einsortiert. Die Körbe werden in eine Entwässerungsmaschine gestellt. Die Zahlen auf den Körben (30,45) bedeuten, wie lange das Gewebe entwässert werden muss. "Tour" heißt, es geht wieder zurück. Mehr zum Entwässern im nächsten Schritt.

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8. Nach dem Zuschnitt wird das restliche Gewebe in Formalin eingelegt, verpackt und eingelagert. Dies ist notwendig, falls man neue Proben des Gewebes brauchen würde. Die Behälter werden mit einem Datum versehen und in einen Schrank einsortiert.

 

Damit ist der Bereich Zuschnitt erledigt. Bis allerdings eine Gewebeuntersuchung durch den Pathologen erfolgen kann, müssen die Proben noch weiter vorbereitet werden.

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.Nächster Schritt: VORBEREITUNG ZUM MIKROTOMSCHNITT

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